Periphere Arterielle Verschlusskrankheit

Arterienverkalkung führt zu Engstellen und Verschlüssen der Schlagadern im ganzen Körper. Betrifft es die Beine, spricht man salopp von der Schaufensterkrankheit. Zwei Drittel der Betroffenen hat auch ähnliche Veränderungen an den Herzkranzgefäßen oder im Bereich der Halsschlagadern. Unerkannt und unbehandelt ist die Lebenserwartung der Menschen mit einer PAVK (peripheren arteriellen Verschlusskrankheit) erheblich verkürzt. Es drohen Amputation, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

In den letzten Jahren ist es daher bei der Behandlung der PAVK zu einem Umdenken gekommen. Nicht mehr alles, was technisch machbar ist, wird einem Patienten auch zugemutet. Menschen mit PAVK haben eben in der Regel noch andere schwerwiegende Gesundheitsstörungen (sind multimorbid). Bypass-Operationen und Stents bringen bei erheblicher Komplikationsgefahr nur zeitweise eine Besserung.

Heute stehen die Verbesserung der Lebensqualität und die Vermeidung einer Amputation ganz im Vordergrund. Ausschlaggebend dafür ist die enge Zusammenarbeit von Angiologen, interventionellem Radiologen und Gefäßchirurgen geworden. Ich arbeite daher seit vielen Jahren eng mit Herrn Chefarzt Dr. Simici, dem Leiter der Gefäßchirurgischen Abteilung des Sana Klinikums Hof, und Frau Dr. med. Ponikau von der dortigen Radiologischen Abteilung zusammen.

Nach eingehender Diagnostik im Gefäßzentrum suchen wir gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Hausarzt den besten und risikoärmsten Weg der Behandlung für Sie.

In meiner Praxis werden zur Diagnostik eingesetzt:

Farbkodierte Duplexsonographie
Bidirektionale Dopplersonographie
Messung der reaktiven Hyperämie
Messung der schmerzfreien Gehstrecke auf dem Laufbandergometer

Therapie – Basisbehandlung der PAVK

Damit Sie mit Ihrer Gefäßerkrankung lange gut leben können, müssen einige Dinge zusammenkommen. Unsere Kollegen aus den USA haben das beweisen können (Empfehlungen der AHA American Heart Association).

Das können Sie tun:

  • Nicht mehr rauchen ist ganz wichtig!
  • Körperliche Anstrengung. Soweit möglich, täglich mindestens 30 Minuten anstrengen.
  • Aufs Gewicht achten und, falls nötig, abnehmen

Ihr Hausarzt hilft Ihnen dabei:

  • Blutdruck normalisieren. Oberer (systolischer Wert) nicht > 140 mmHg
  • Blutfette normalisieren. „Böses“ LDL-Cholesterin < 100 mg%
  • Blutzucker normalisieren. Für Diabetiker gilt: Nüchternzucker < 110mg%, 2 Stunden nach dem Essen < 140mg%, Langzeitwert < 7%
  • Blut „verdünnen“. Oft geht das schon mit einer Tablette ASS 100mg am Tag.
  • Entsprechende Medikamente zu finden, um diese Ziele zu erreichen

Hier in Hof habe ich vor 14 Jahren Gefäßsportgruppen ins Leben gerufen. Kontrolliertes Gehtraining unter Anleitung ist erwiesenermaßen wirksam. Laufen Sie Ihren Durchblutungsstörungen davon.

Gefäßsportgruppen gibt es auch in Bad Steben und Marktredwitz.

Therapie – konservativ

Auf diesen Maßnahmen aufbauend kommen, je nach Erfordernis, spezielle Therapiemaßnahmen zum Einsatz:

  • Infusionsbehandlung (auch Prostanoide)
  • Verordnung durchblutungsfördernder Medikamente
  • Apparative Intermittierende Kompression
  • Wundversorgung bei diabetischem Fuß etc.


Weitere Informationen finden Sie unter

www.michaeliskarree.de
Unsere Kooperationspartner beim Gefäßsport.

www.dga-gefaessmedizin.de

Die Seite der Deutschen Gesellschaft für Angiologie bietet ausführliche Informationen für Patienten und interessierte Ärzte

Mehr Information zur PAVK finden Sie unter
www.verschlusssache-PAVK.de